In „Eine kurze Geschichte der Menschheit“ hat Yuval Noah Harari erklärt, wie die Menschen zu den Herren des Planeten Erde aufsteigen konnten. In „Homo Deus“ erforscht er unsere Zukunft. Das Buch verbindet Naturwissenschaft, Geschichte, Philosophie und verwandte Disziplinen, um eine Vision der Zukunft zu entwerfen. Diese mag auf den ersten Blick unglaublich wirken, erscheint aber schnell unausweichlich: Die Menschheit wird schon bald nicht nur ihre Dominanz verlieren. Auch der Begriff Menschheit selbst wird seine Bedeutung einbüßen. Und wir sollten unsere Hoffnungen nicht auf den Widerstand setzen – während in unseren bevorzugten Science-Fiction-Geschichten Menschen im Namen von Freiheit und Individualismus gegen Maschinen kämpfen, werden diese menschlichen Mythen in der Realität dann längst ebenso obsolet geworden sein wie Kassettenrekorder oder Regentänze. Dies mag alarmierend klingen, aber Veränderungen sind immer beängstigend.
Im Laufe des letzten Jahrhunderts hat die Menschheit das Unmögliche geschafft und Hunger, Seuchen und Krieg gezähmt. Heute gehen mehr Menschen an Fettleibigkeit zugrunde als verhungern; mehr Menschen sterben an Altersschwäche als an ansteckenden Krankheiten und mehr Menschen begehen Selbstmord als im Krieg getötet werden. Wir sind die einzige Spezies in der langen Geschichte der Erde, die mit eigener Kraft den gesamten Planeten verändert hat. Und wir erwarten heute nicht mehr, dass irgendein höheres Wesen unser Schicksal für uns bestimmt.


